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Sicher und eigenständig zur Schule in Amöneburg

23. März 2023, Amöneburg. Seit heute liegt für die St. Martin-Schule offiziell ein Schulmobilitätsplan vor, der unter fachlicher Begleitung im Rahmen des hessischen Beratungs- und Qualifizierungsprogramms Besser zur Schule erarbeitet wurde. Damit macht die Grundschule als eine der ersten teilnehmenden Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf einen wichtigen Schritt in Richtung sichere und selbstständige Mobilität ihrer Schülerinnen und Schüler.

Rund ein Jahr Arbeit steckt in dem fertiggestellten Schulmobilitätsplan für die St. Martin-Schule, der heute vom Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement vorgestellt und offiziell an die Schule, Schulträger und Kommune übergeben wurde. Die Schulleiterin Elisabeth Schäfer sowie die Mobilitätsbeauftragte der Schule Marion Keil, Bürgermeister Michael Plettenberg und der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow nahmen den Schulmobilitätsplan entgegen.

Bild: Landkreis Marburg-Biedenkopf: Freuen sich über den fertiggestellten Schulmobilitätsplan: Bürgermeister Michael Plettenberg und der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, Gerd Nienhaus und Charlotte Busch vom Landkreis, Ortsvorsteherin Kathrin Riehl, Schulleiterin Elisabeth Schäfer, die Mobilitätsbeauftragte der Schule Marion Keil sowie Schüler*innen der 2. und 4. Klasse und Vertreter*innen des Elternbeirats der St. Martin Schule. Mit auf dem Bild: Felix Rensch-Opelt, verantwortlicher Projektleiter im Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement und Michelle Ries, vom Planunsbüro Sweco.

 

Wunsch nach Sicherheit und Eigenständigkeit

Anlass für die Beteiligung am Programm Besser zur Schule war der gemeinsame Wunsch, die Schulwege für die Kinder sicherer zu gestalten und dass die Kinder ihren Schulweg möglichst eigenständig zurücklegen können. Schmale Gehwege, fehlende Querungsstellen, haltende Elterntaxis vor der Schule – hierfür sollten gemeinsam Lösungen erarbeitet werden. Zentrales Anliegen war zudem die Erstellung eines aktuellen Schulwegplans.

Partizipativer Ansatz führt zu rund 30 Maßnahmen

Gemeinsam mit einem breiten Akteurskreis wie Elternvertretung, Schulleitung, Schülerinnen und Schüler, Verwaltung und Politik wurden im Rahmen einer Ortsbegehung und in begleitenden Workshops rund 30 Maßnahmen entwickelt, die nun gemeinsam in Umsetzung gebracht werden sollen. Das Fachbüro Sweco hat den Prozess begleitet, Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet und in ein Gesamtkonzept zusammengeführt. Das Maßnahmenspektrum deckt die Bereiche Infrastruktur und Verkehrsregelung, Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung sowie Organisation und Kommunikation ab und ist passgenau auf die Schule und das Schulumfeld zugeschnitten. Der Schulmobilitätsplan bietet den Akteuren zudem konkrete Hilfestellung bei der praktischen Umsetzung. Als zentrales Ergebnis liegt auch ein aktueller Schulwegplan vor. Dieser berücksichtigt sowohl die Schulwege für die Schülerinnen und Schüler, die direkt aus Mardorf kommen, als auch die Wege zu den Bushaltestellen für die Roßdorfer Schulkinder.

Modernes, ganzheitliches Schulmobilitätskonzept

Bestandteil war zudem eine Abfrage zum Schulweg der Kinder. Das Ergebnis der Umfrage unterstreicht den Handlungsbedarf: Über 40 % der Schülerinnen und Schüler kommen regelmäßig zu Fuß oder mit dem Tretroller zur Schule, und ebenso viele fahren regelmäßig mit dem Bus. Da viele Kinder per Bus aus dem Amöneburger Ortsteil Roßdorf zur Schule nach Mardorf kommen, wurden so auch die Wege zu den Haltestellen unter die Lupe genommen. Zukünftig soll die Busschule wieder regelmäßig mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden. Hier lernen diese, wie sie sich sicher beim Warten an der Haltestelle, beim Ein- und Aussteigen und im Bus selber verhalten können. Eine Verkehrsbeobachtung zu Schulbeginn und -ende hat die Elterntaxis in den Blick genommen. Hier war allen schnell klar, dass diese nicht wie bisher direkt bis vor die Schule fahren können. Der Bereich unmittelbar vor der Schule wird zukünftig zu einer „Tabuzone“ für Elterntaxis. Diese weichen in die umliegenden Straßen aus und die Kinder legen das letzte Stück des Weges zukünftig zu Fuß zurück. Weiterhin wurden die Lehrerparkplätze umorganisiert sowie verschiedene Projekte und Aktionen zum Bereich Mobilität und Sicherheit in den schulischen Ablauf eingebunden.

All diese Bausteine haben zum Entstehen des modernen, ganzheitlichen Schulmobilitätskonzeptes beigetragen.

Erste Maßnahmen erfolgreich umgesetzt

„Uns war es wichtig, als Schule über ein passgenaues Mobilitätskonzept sowie über einen aktualisierten Schulwegeplan zu verfügen. Durch die Teilnahme am Beratungs- und Qualifizierungsprogramm Besser zur Schule ist es gelungen, alle beteiligten Akteure an einen Tisch zu bringen und gemeinsam anstehende und notwendige Veränderungen, welche der Verkehrssicherheit und einem sicheren Schulweg unserer Schüler und Schülerinnen dienen, anzugehen“, betont Frau Schäfer und bedankt sich nochmals bei allen für die gute Zusammenarbeit sowie die Unterstützung durch die ivm und das Fachbüro Sweco. „Das Kollegium hat sich bereits unter der Leitung der Mobilitätsbeauftragten Frau Keil und Frau Petri auf den Weg gemacht und erste Bausteine erfolgreich umgesetzt“, erwähnt Frau Schäfer zum Abschluss.

Letter of Intent schafft Verbindlichkeit für die Umsetzung

„Sichere Schulwege haben für uns als Stadt hohe Priorität, und uns ist jetzt noch bewusster geworden, welche Herausforderungen auch von uns als Kommune zu bewältigen sind, damit das keine Worthülsen sind“, hebt Amöneburgs Bürgermeister Michael Plettenberg hervor. „Der Schulmobilitätsplan zeigt Handlungsbedarfe auf und es wurden Ziele und Lösungsmöglichkeiten aus Sicht der Schulmobilität erarbeitet. Die Umsetzung von Maßnehmen möchten wir nun konkret mit allen Beteiligten angehen, in der Kenntnis, dass der Stadt eine zentrale Rolle zufallen wird. Damit die Umsetzung nicht unverbindlich bleibt, schließen wir mit dem Landkreis ein Letter of Intent, der uns immer wieder daran erinnert, die nächsten Schritte einzuleiten und auch die großen Maßnahmen baldmöglichst anzugehen“.

Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, der als Schulträger auch für bauliche Maßnahmen auf Schulgeländen zuständig ist, ist das Schulische Mobilitätsmanagement ein wichtiger Handlungsansatz. „Unser Ziel ist, dass mehr Kinder sicher, selbstständig und nachhaltig auf dem Schulweg unterwegs sein können“, so Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter. „Mit der Teilnahme am Beratungsprogramm möchte der Kreis die Schulen bei dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützen und die Beteiligung und Vernetzung der vielen Akteure, die beim Thema Schule und Mobilität relevant sind, fördern.“

Erfolgsfaktor Vernetzung von Schule und Kommune

„Die erfolgreiche Fertigstellung des Schulmobilitätsplans für die St. Martin-Schule und die zügige Umsetzung erster Maßnahmen bestätigt uns in unserem dialogorientierten Beratungsansatz, in dem Vertreter der Schulen und Kommunen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler arbeiten“, bekräftigt Felix Rensch-Opelt, zuständiger Projektleiter bei der ivm. „Der Fokus unseres Beratungsprogramms „Besser zur Schule“ liegt auf einer konstruktiven Vernetzung von Schule und Kommune“.

Hessische Schulen, Schulträger und Kommunen können kostenfrei an dem Beratungsprogramm teilnehmen, um den Verkehr von und zu Schulen nachhaltiger, sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten. Informationen zum Beratungsprogramm sind zu finden unter www.besserzurschule.de.

 

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Das Land Hessen hat im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) das Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement“ bei der ivm eingerichtet. Das Fachzentrum unterstützt Schulen, Schulträger und Kommunen bei der Einführung und Umsetzung eines Schulischen Mobilitätsmanagements. Hierzu können diese verschiedene Angebotsbausteine nutzen.

Weitere Informationen unter www.besserzurschule.de  .

Pressemitteilung als pdf.

 

Kontakt
Heike Mühlhans
Felix Rensch-Opelt