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Schulmobilitätsplan für Gymnasium Philippinum

28. März 2023, Weilburg. Seit heute liegt für das Philippinum offiziell ein Schulmobilitätsplan Plus vor, der unter fachlicher Begleitung im Rahmen des hessischen Beratungs- und Qualifizierungsprogramms Besser zur Schule erarbeitet wurde. Damit macht das Gymnasium als eine der ersten teilnehmenden Schulen im Landkreis Limburg-Weilburg einen wichtigen Schritt in Richtung sichere und selbstständige Mobilität seiner Schülerinnen und Schüler.

Rund ein Jahr Arbeit steckt in dem fertiggestellten Schulmobilitätsplan Plus für das Philippinum, der heute vom Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement vorgestellt und offiziell an die Schule, Schulträger und Kommune übergeben wurde. Schulleiter Stefan Ketter und Klimaschutzbeauftragte der Schule Ulrike Baum, Melanie Hardt und Gerd Zuber vom Ordnungsamt der Stadt Weilburg sowie Klimaschutzmanagerin des Kreises, Verena Nijssen, nahmen den Schulmobilitätsplan entgegen.

Bild: Landkreis Limburg-Weilburg; Nach der Übergabe des Schulmobilitätsplans im Philippinum in Weilburg geht es gemeinsam an die Umsetzung.
(von l.n.R.): Oliver Moschner-Schweder (ADFC), Kim Altenhofen vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft, Felix Rensch-Opelt (ivm), Landkreis-Klimaschutzmanagerin Verena Nijssen, Wolfgang Streb von der Kreisverwaltung, Schulleiter Stefan Ketter, Schul-Klimaschutzbeauftragte Ulrike Baum, Willi Kerkes (ACE), Klara Kurz vom Ordnungsamt und Gerd Zuber von der Ordnungspolizei der Stadt Weilburg, Michelle Ries (Sweco), Stadtverordneter Hans Werner Bruchmeier, Carola Gerlach vom Philippinum und Schulelternbeiratsvorsitzender Jörg Schönwetter.

 

Lösungen für das Verkehrschaos zu Schulbeginn gewünscht

Anlass für die Beteiligung am Programm Besser zur Schule war der gemeinsame Wunsch, die Schulwege und das Schulumfeld für die Schülerinnen und Schüler sicherer zu gestalten und dass die Kinder und Jugendlichen ihren Schulweg möglichst eigenständig zurücklegen können. Verkehrschaos vor der Schule durch Elterntaxis, hohe Verkehrsbelastung im Wohngebiet, schmale Gehwege, unsichere Querungen und eine verbesserungsbedürftige Busanbindung – hierfür sollten gemeinsam Lösungen erarbeitet werden. Zentrales Anliegen war zudem die Erstellung eines aktuellen Schulwegplans.

Gemeinsamer Erarbeitungsprozess für eine breite Akzeptanz

Gemeinsam mit einem breiten Akteurskreis wie Elternvertretung, Schulleitung, Schülerinnen und Schülern, Verbänden, Verwaltung und Politik wurden im Rahmen einer Ortsbegehung und in begleitenden Workshops rund 35 Maßnahmen entwickelt, die nun gemeinsam in Umsetzung gebracht werden sollen. Das Fachbüro Sweco hat den Prozess begleitet, Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet und in ein Gesamtkonzept zusammengeführt.

Das Maßnahmenspektrum deckt die Bereiche Infrastruktur und Verkehrsregelung, Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung sowie Organisation und Kommunikation ab und ist passgenau auf die Schule und das Schulumfeld zugeschnitten. Der Schulmobilitätsplan bietet den Akteuren zudem konkrete Hilfestellung bei der praktischen Umsetzung.

Als zentrales Ergebnis liegt auch ein aktueller Schulwegplan vor. Dieser zeigt, auf welchen Routen die Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Wohngebieten und vom Bahnhof sicher zur Schule gelangen können. Auch Empfehlungen für sichere Radschulwege, die aus dem Schülerradroutenplaner übernommen wurden, sind für die umliegenden Wohngebiete im Schulwegplan dargestellt.

44 % werden aktuell mit dem Auto zur Schule gebracht – das soll sich ändern

Bestandteil war zudem eine Mobilitätsbefragung in den Klassen und eine Analyse der Wohnstandorte. Das Ergebnis der Analysen unterstreicht den Handlungsbedarf: Die Hälfte der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommt mit Bus und Bahn zur Schule und 44 % mit dem Auto – gebracht oder selbst gefahren. Da 80 % der Schülerinnen und Schüler mehr als 5 km von der Schule entfernt wohnen, sind diese auf Bus, Bahn oder Auto angewiesen. Hier die Nutzung von Bus und Bahn gegenüber der Autonutzung zu stärken, stellt sich als komplexe Aufgabe heraus.

Weg zwischen Bahnhof und Schule soll attraktiver werden

Ein Ansatzpunkt ist, den Weg zwischen Bahnhof und Schule sicherer und attraktiver zu gestalten. Das kommt auch den 25 % der Schülerinnen und Schüler zugute, die heute schon den ganzen Weg oder in Kombination mit Bus, Bahn oder Auto und zu Fuß zur Schule kommen.

In diesem Zusammenhang hat eine Verkehrsbeobachtung zu Schulbeginn und -ende die Elterntaxis in den Blick genommen. Hier war allen schnell klar, dass diese nicht wie bisher, ins direkte Schulumfeld fahren können. Diese sollen künftig auf die im Herbst 2022 offiziell eingerichtete Elternhaltestelle im Braunfelser Weg, Höhe Bushaltestellte „Braunfelser Weg/Friedhof“ ausweichen und die Schülerinnen und Schüler können das letzte Stück des Weges sicher zu Fuß zurücklegen.

Schulaktionen sind wichtiger Baustein

Um Eltern- und Schülerschaft für Probleme der Autonutzung zu sensibilisieren und für die Alternativen zu werben, sind verschiedene Projekte und Aktionen zum Bereich Mobilität, Sicherheit und Klimaschutz in den schulischen Ablauf eingebunden.

Besonders auf das Fahrrad als Verkehrsmittel soll verstärkt aufmerksam gemacht werden. Aktionen, wie der im September 2022 durchgeführte Fahrradaktionstag und die Teilnahme am Schulradeln, haben die Präsenz des Themas Fahrrad erhöht.

All diese Bausteine haben zum Entstehen des modernen, ganzheitlichen Schulmobilitätskonzeptes beigetragen.

„Für uns als Schule ist es ein zentrales Anliegen, dass die Sicherheit auf den Schulwegen seitens der Stadt weiter verbessert wird und wir freuen uns, dass erste Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass wir bei Schülerinnen und Schülern und deren Eltern dafür sensibilisieren und werben müssen, nicht mit dem Auto ins Schulumfeld zu fahren und besser mit Bus, Bahn, Rad oder zu Fuß zu kommen,“ betont Schulleiter Stefan Ketter und bedankt sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des Schulmobilitätsplans.

Aktionen rund ums Radfahren zeigen bereits erste Wirkungen

„Mit unserem ersten Aktionstag Radfahren, den wir am 7. September 2022 zusammen mit vielen Partnern durchgeführt haben, konnten wir die Schülerinnen und Schüler auch darauf aufmerksam machen, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Schulweg möglich ist“, ergänzt Klimaschutzbeauftragte Ulrike Baum. „Auftakt für die erstmalige Teilnahme am Wettbewerb Schulradeln bildete unser Fahrradaktionstag, der neben Fahrradparcours, Reparaturstation, Informationen zum Schülerradroutenplaner, Verkehrssicherheit und Mobilität auch einen Malwettbewerb „Mein Klimamobil, mein Fahrrad“ anbot.

Als Ergebnis unserer Aktivitäten können wir feststellen, dass mehr Schülerinnen und Schüler mit dem Rad zur Schule kommen und freuen uns sehr, dass wir im Rahmen der hessenweiten Prämierung des Wettbewerbs Schulradeln in der Kategorie „Beste Fahrradaktion“ ausgezeichnet werden.“

Fehlende Gehwege und zwei Zebrastreifen auf dem Schulweg bereits durch Stadt Weilburg umgesetzt

„Das Thema Mobilität ist für die Stadt von hoher Bedeutung, die Problematik der Elterntaxis im Bereich Philippinum/Spielmannschule ist bekannt. Ziel für die nächsten Jahre ist, den Verkehr in der Schulumgebung noch sicherer abzuwickeln und zu reduzieren. Zur Verbesserung braucht es neue Konzepte und Ideen seitens Schule, Stadt und Kreis“, erläutert Weilburgs Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch. „Daher begrüßen wir die gemeinsame Erarbeitung des Schulmobilitätsplans ausdrücklich. Dieser zeigt Handlungsbedarfe auf und es wurden Ziele und Lösungsmöglichkeiten aus Sicht der Schulmobilität erarbeitet. Im Herbst 2022 konnten wir bereits den fehlenden Gehweg entlang des Karlsbergs zwischen Goethestraße und Kleisterstraße markieren und zwei Zebrastreifen zur sicheren Querung des Knotenpunkts Lessingstraße/Braunfelser Weg einrichten“.

Landkreis unterstützt als Schulträger aktiv bei der Umsetzung

Für den Landkreis Limburg-Weilburg, der als Schulträger auch für bauliche Maßnahmen wie Fahrradabstellanlagen auf Schulgeländen zuständig ist, ist das schulische Mobilitätsmanagement ein zentraler Handlungsansatz. „Durch die Teilnahme am Beratungsprogramm möchte der Kreis die Schulen bei dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützen und die Beteiligung und Vernetzung der vielen Akteure, die beim Thema Schule und Mobilität relevant sind, fördern.“ so Landrat Michael Köberle. „So tragen wir dazu bei, dass sich mehr Kinder selbstständig und sicher auf dem Schulweg bewegen können und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun“, ergänzt der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer.

Partizipativer Ansatz hat sich bewährt

„Die erfolgreiche Fertigstellung des Schulmobilitätsplans für das Gymnasium Philippinum und die zügige Umsetzung erster Maßnahmen bestätigt uns in unserem dialogorientierten Beratungsansatz, in dem Vertreter der Schulen und Kommunen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten“, bekräftigt Felix Rensch-Opelt, zuständiger Projektleiter bei der ivm. „Der Fokus unseres Beratungsprogramms „Besser zur Schule“ liegt auf einer konstruktiven Vernetzung von Schule und Kommune“. Hessische Schulen, Schulträger und Kommunen können kostenfrei an dem Beratungsprogramm teilnehmen, um den Verkehr von und zu Schulen nachhaltiger, sicherer und umweltfreundlichen zu gestalten.

Hessische Schulen, Schulträger und Kommunen können kostenfrei an dem Beratungsprogramm teilnehmen, um den Verkehr von und zu Schulen nachhaltiger, sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten. Informationen zum Beratungsprogramm sind zu finden unter www.besserzurschule.de.

 

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Das Land Hessen hat im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) das Fachzentrum Schulisches Mobilitätsmanagement“ bei der ivm eingerichtet. Das Fachzentrum unterstützt Schulen, Schulträger und Kommunen bei der Einführung und Umsetzung eines schulischen Mobilitätsmanagements. Hierzu können diese verschiedene Angebotsbausteine nutzen.

Weitere Informationen unter www.besserzurschule.de.

Pressemitteilung als pdf.

 

Kontakt
Heike Mühlhans
Felix Rensch-Opelt