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Meilenstein für die Mobilität in der Region Frankfurt RheinMain: Verkehrszentrale RheinMain nimmt Betrieb auf

Im Februar wurde die Verkehrsmanagementzentrale RheinMain offiziell von der ivm an Hessen Mobil übergeben, nun hat diese offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Der Hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori eröffnete am 6. Mai gemeinsam mit Heiko Durth, Präsident von Hessen Mobil, die Verkehrsmanagementzentrale. Die ivm wurde durch den Frankfurter Mobilitätsdezernenten Wolfgang Siefert, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der ivm, sowie die beiden Geschäftsführerinnen Heike Mühlhans und Anne Rückschloß offiziell vertreten. Ebenfalls mit dabei waren der verantwortliche Projektleiter Rüdiger Bernhard und Christoph Schneider aus dem Verkehrsmanagementteam bei der ivm.

Pressekonferenz mit Minister Mansoori im Rahmen der Eröffnung und Inbetriebnahme der Verkehrsmanagementzentrale RheinMain

Die aktuellen Herausforderungen im Verkehrssektor sind umfangreicher denn je. Staus, Verkehrsunfälle, Verzögerungen, lange Umwege und Schleichverkehre sind die Folge einer stetig steigenden Verkehrsnachfrage. Insbesondere in Ballungsgebieten führt dies zu erheblichen Belastungen für Verkehrsteilnehmende, Anwohnende, die Wirtschaft sowie die Umwelt und das Klima. Täglich überlagern sich Pendlerströme, Wirtschaftsverkehre, Baustellen, Veranstaltungen und witterungsbedingte Einflüsse. Kommt es an einer Stelle zu einer Störung, sind die Auswirkungen häufig weit über die betroffene Kommune hinaus spürbar. Verkehrssteuerung muss daher heute regional gedacht und über Zuständigkeitsgrenzen hinweg organisiert werden. Eine vergleichsweise kurzfristig wirksame und ressourcenschonende Möglichkeit, die vorhandene Straßeninfrastruktur effizienter zu nutzen, ist das zuständigkeitsübergreifende oder regionale Verkehrsmanagement.

Um den genannten Herausforderungen zu begegnen, wurde nun die im House of Logistics & Mobility eingerichtete Verkehrsmanagementzentrale RheinMain (VMZ RheinMain) durch den hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori feierlich eröffnet und ist damit in den Regelbetrieb gestartet.

Die VMZ RheinMain als Herzstück des regionalen Verkehrsmanagements

Die VMZ RheinMain ist zukünftig zuständig für die Umsetzung von Verkehrsmanagementstrategien. Grundlage für die Arbeit ist eine flächendeckende Verkehrslagenerfassung und Verkehrsqualitätsbewertung. Hierfür werden insbesondere Floating Car Data (FCD), Verkehrsmeldungen und Baustellendaten systematisch in Echtzeit ausgewertet.

„Als große Chance begreife ich die Tatsache, dass in der VMZ Rhein-Main neue innovative Technologien wie Echtzeit-Mobilitätsdaten zur Verkehrslenkung eingesetzt und damit die Potenziale der Digitalisierung und Vernetzung für die Mobilität in Hessen genutzt werden“, so der Hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori. „Geplant ist ein schrittweiser Ausbau der VMZ RheinMain zu einer Verkehrsmanagementzentrale Hessen. Ziel ist es, dauerhaft und landesweit ein nachhaltiges, intermodales Verkehrsmanagement zu etablieren.“

Betrieben wird diese von Hessen Mobil in den Hauptverkehrszeiten – Montag bis Freitag – jeweils von 06:00 bis 20:00 Uhr. Die Arbeit erfordert einen engen Austausch mit anderen Verkehrszentralen, der Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst oder dem Verkehrsrundfunk.

Mit der neuen Zentrale im House of Logistics and Mobility in Frankfurt am Main wird der Verkehr in der Region künftig besser aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, bei Staus, Baustellen oder Unfällen schneller und abgestimmt zu reagieren und Informationen an Verkehrsteilnehmende frühzeitig bereitzustellen.

Hessen Mobil-Präsident Heiko Durth erklärt: „Die VMZ RheinMain ist technisch gesehen das Herzstück für unsere Aktivitäten im Bereich des regionalen Verkehrsmanagements. Im Verbund mit der Lichtsignalanlagen Zentrale Hessen (LZH) haben wir vielfältige Möglichkeiten, um auf die verkehrlichen Herausforderungen in der Region zu reagieren“.

Die Verkehrsmanagementzentrale wurde gemeinsam von der ivm in enger Zusammenarbeit mit Hessen Mobil und mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (HMWVW) im Rahmen des Förderprojekts „Zuständigkeitsübergreifendes Verkehrsmanagement“ entwickelt und aufgebaut.

Die Projektpartner ivm, Hessen Mobil, das HMWVW sowie die beteiligten Kommunen in der Region investierten, gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, rund 6,6 Millionen Euro in die Strategieentwicklung, die Verkehrstechnik und die Realisierung der VMZ RheinMain. Das für Mobilität zuständige Referat im Hessischen Ministerium hat die Entwicklung und Umsetzung der Verkehrsmanagementzentrale und die Beschaffung der Verkehrstechnik vor Ort mit der Bereitstellung von Eigenmitteln in Höhe von rd. 1 Mio. Euro erst möglich gemacht.

Die Beschaffungen sowie der Prozess zur Erarbeitung der Verkehrsmanagementstrategien erfolgten im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Projekts „Zuständigkeitsübergreifendes Verkehrsmanagement Region Frankfurt RheinMain“ und wurden mit einer Förderquote von 70 % gefördert. Auch hier zeigt sich der Mehrwert einer regionalen Koordination, die Landes- und die kommunale Ebene auch organisatorisch eng miteinander verbindet.

Mehrwert durch regionale Kooperation

„Mit dem Projekt zum Zuständigkeitsübergreifenden Verkehrsmanagement hat die ivm eindrücklich gezeigt, welchen Mehrwert die Zusammenarbeit für die Region bietet. Als Städte und Landkreise profitieren wir gleichermaßen davon, wenn gemeinsam Strategien zur Verkehrslenkung und -steuerung über die eigenen Zuständigkeitsbereiche hinweg erarbeitet und abgestimmt werden“, erklärt Wolfgang Siefert, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der ivm. „So konnten sowohl die Verkehrsmanagementzentrale für die Region Frankfurt RheinMain wie auch die verkehrstechnische Infrastruktur wie Lichtsignalanlagen oder dynamischen Infotafeln in den Städten und Landkreisen umgesetzt werden. Damit hat die ivm in enger Zusammenarbeit mit Hessen Mobil und allen beteiligten Akteuren vor Ort erstmals die Rahmenbedingungen für ein flächenhaft wirkendes Verkehrsmanagement in der Region geschaffen.“

Ein großer Teil des strategischen Straßennetzes in RheinMain und in ganz Hessen sowie zahlreiche Lichtsignalanlagen liegen bereits in der Verantwortung von Hessen Mobil. Mit der Verkehrsmanagementzentrale wurde nun auch die Voraussetzung geschaffen, dieses Netz gemeinsam mit den Kommunen über Zuständigkeitsgrenzen hinweg abgestimmt zu steuern.

Hessen Mobil stellt hierfür auch das Personal und verantwortet die organisatorischen Abläufe. Unterstützt werden die Operatorinnen und Operatoren durch eine speziell entwickelte Software der Firma GEVAS-Software GmbH, die typische Problemsituationen erkennt und automatisch passende, zuvor mit allen Beteiligten abgestimmte Strategien vorschlägt. Diese prüfen die jeweilige Lage, bewerten mögliche Auswirkungen und aktivieren anschließend die geeigneten Steuerungs- oder Informationsmaßnahmen. Die hinterlegten Strategien werden vor Inbetriebnahme umfassend getestet und technisch erprobt. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Testphase werden diese in den operativen Regelbetrieb der Verkehrsmanagementzentrale überführt.

Abgestimmte Verkehrsmanagementstrategien regeln die Zusammenarbeit

Neben der Einrichtung der Zentrale wurden auch die organisatorischen Strukturen geschaffen, die Steuerungssoftware entwickelt und rund 65 zuständigkeitsübergreifende Verkehrslenkungs- und Steuerungsstrategien gemeinsam mit allen Beteiligten abgestimmt sowie die verkehrstechnische Infrastruktur vor Ort steuerungsfähig ausgebaut. Die ivm koordiniert hierzu die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Städten, Landkreisen, Hessen Mobil und weiteren Partnern wie z. B. die Autobahn GmbH. So konnten sowohl die Verkehrsmanagementzentrale für die Region Frankfurt RheinMain wie auch die verkehrstechnische Infrastruktur wie Lichtsignalanlagen oder dynamische Infotafeln in den Städten und Landkreisen umgesetzt werden. Damit hat die ivm in enger Zusammenarbeit mit Hessen Mobil und allen beteiligten Akteuren vor Ort erstmals die Rahmenbedingungen für ein flächenhaft wirkendes Verkehrsmanagement in der Region geschaffen.

„Jede der entwickelten Strategien verbindet eine typische Problemsituation mit klar definierten Maßnahmen, etwa Alternativroutenempfehlungen oder die Optimierung von Verkehrsflüssen an Lichtsignalanlagen durch angepasste Grünzeiten“, erläutert Rüdiger Bernhard, der bei der ivm für das Projekt als Projektleiter verantwortlich ist. „Wichtig ist, dass keine der entwickelten Strategien dazu führen werden, dass bei alltäglichen Verkehrsspitzen zusätzlicher Verkehr in Wohngebiete oder auf kleinere Straßen umgeleitet wird. Alle Maßnahmen wurden eng mit der Autobahn GmbH, Hessen Mobil und den betroffenen Kommunen abgestimmt.“

Die im Förderprojekt durch die ivm entwickelten Strategien sind dabei ein wichtiger erster Schritt. Perspektivisch sollen gemeinsam für die Region weitere Strategien erarbeitet und über Hessen Mobil auch Schritt für Schritt weitere Regionen Hessens sowie intermodale Strategien eingebunden werden.

Über das zuständigkeitsübergreifende Verkehrsmanagement

Das zuständigkeitsübergreifende Verkehrsmanagement bündelt Ansätze und Methoden für die Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrs in der Region Frankfurt RheinMain. Durch technische Steuerung, wie die Anpassung von Lichtsignalanlagen und die Bereitstellung situationsabhängiger Informationen, werden Verkehrsteilnehmende bei Überlastungen oder Sperrungen gezielt auf alternative Routen geleitet und der Verkehrsfluss verbessert. Dabei stehen sowohl Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs als auch die Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner im Fokus. Gemeinsam mit regionalen Akteuren werden hierfür übergreifende Strategien entwickelt und die technischen Voraussetzungen geschaffen. Die Vernetzung relevanter Stellen fördert den Wissensaustausch, schafft Synergien und ermöglicht eine kontinuierliche Weiterentwicklung des regionalen Gesamtkonzepts.

 

Kontakt
Rüdiger Bernhard

Weitere Informationen unter: www.verkehrsmanagement-rheinmain.de

Hier finden Sie die offizielle Pressemitteilung.

Bild: © HOLM GmbH